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Gisela

Gisela Ehret
Multimedia Erfahrung
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Willkommen auf dem Lehhaldehof!

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Ich bin Gisela, 35 Jahre alt, arbeite als Redakteurin bei wirlandwirten und der BBZ und lebe mit meiner Familie auf dem schönen Lehhaldehof in Merzhausen. Hier könnt ihr eine Woche lang in meinen Hofalltag eintauchen – viel Spaß dabei! 🙂

Freiheitsdrang?

Wenn ich mit dem Traktor über den Reitplatz fahre, lasse ich meist das Tor offen stehen. Nur selten ergreift dabei ein Pferd die Gelegenheit, den Weg nach draußen zu suchen. So wie die beiden hier sich nicht beim Dösen stören lassen, spielen und rennen auch manchmal andere um das offene Tor herum. Sie haben nicht das Bedürfnis, wegzurennen. Denn der Paddock Trail ist ihr Zuhause. Hier werden alle ihre Bedürfnisse erfüllt: Hunger, Durst, Bewegungsdrang, frische Luft, Sozialkontakte… Sie fühlen sich hier so wohl, dass sie eben nicht ausbrechen müssen!

Gisela Ehret

Vereinbarkeit von Hof und Kindern

Mit den Kids auf dem Quad – So sieht es bei uns aus, wenn die Frühjahrsarbeiten im Grünland anstehen und der Kindergarten mal wieder nur Notbetreuung anbietet 😊 Das ist einerseits zwar schön, andererseits aber auch nervenaufreibend und wenig effizient. Schließlich sind meine Kinder aus dem Alter raus, in dem ich sie einfach in die Babyschale packen und auf den Beifahrersitz unseres ATV stellen konnte 😉 Sie haben ihre eigenen Vorstellungen und es gilt, Kompromisse zu finden.

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Nicht erst seit der Corona-Pandemie und diversen Lockdowns bin ich froh, zuhause zu arbeiten und für die Kinder da sein zu können, wenn es notwendig ist. Und manches, was am Hof ansteht, ist ja auch aufschiebbar. Aber natürlich müssen viele Dinge auch erledigt werden, wenn die Kinder zuhause sind. Ich kann sie zu fast allen Arbeiten auf dem Hof mitnehmen – aber ich mache dann nur das Nötigste, weil sie vielleicht nach zehn Minuten keine Lust mehr haben oder hinfallen und sich wehtun. Und die Kinder sind zwar dabei, haben aber nicht meine volle Aufmerksamkeit. Auf beiden Seiten erzeugt das Frust.

Ja, in der Landwirtschaft gibt es eine Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Aber bei mir entsteht durch dieses Nebeneinander von Familie und Arbeit das ständige Gefühl, nichts und niemandem richtig gerecht zu werden. Nicht meiner Arbeit und nicht meinen Kindern. Ich werde meinen eigenen Ansprüchen nicht gerecht, weil mich ständig etwas daran hindert, so gründlich zu arbeiten, wie ich es möchte. Oder den Kindern mit der Geduld und Empathie zu begegnen, die sie verdienen. Besser klappt es, wenn es mir gelingt, Arbeitszeit klar von Familienzeit zu trennen. Darum versuche ich, das Meiste zu erledigen, während die Kinder in Betreuung sind. Aber dass das auf einem landwirtschaftlichen Betrieb mit Tieren nicht immer so funktioniert wie geplant, wisst ihr alle selbst.

Was hilft, sind Oma und Opa in der Wohnung nebenan. Dorthin können die Kinder jederzeit, es ist ihr zweites Wohnzimmer, und sie fühlen sich dort wohl. Und das beruhigt auch ein bisschen das schlechte Gewissen, die Kinder schon wieder „abschieben“ zu müssen.

Pferdeschläfchen

Gut geschlafen, liebe Sandra?

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Landschaftspflege

Heute habe ich die erste Koppel in diesem Jahr für unsere Ziegen gesteckt. Seit einem Jahr besitzen wir fünf Zwergziegen und zwei Walliser Schwarzhalsziegen. Sie beweiden unsere Steilhänge, die wir nicht anders bewirtschaften können. Früher standen darauf Reben und seitdem lagen sie brach, wurden nur einmal im Jahr mit einem ferngesteuerten Hangmulcher gemäht. Ab diesem Jahr werden wir für die Beweidung Gelder aus der Landschaftspflege-Richtlinie (LPR) bekommen. Beim Antrag hat uns der Landschaftserhaltungsverband Breisgau-Hochschwarzwald geholfen. Kann ich nur weiterempfehlen!

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Mit Sam fing es an

Natürlich gibt es mehrere Stationen und Entscheidungen, die dazu geführt haben, dass ich heute einen landwirtschaftlichen Betrieb leite. Die Tatsache, in diesen Betrieb geboren worden zu sein, die erste Reitstunde, die Wahl des Ausbildungsberufs und des Studiengangs, die Entscheidung, das Volontariat bei der BBZ anzutreten und damit in die Heimat zurückzukehren. Und trotzdem gibt es einen Moment, der für mich rückblickend zukunftsweisenden Charakter hatte: Nämlich der, als mein erstes eigenes Pferd auf dem Lehhaldehof einzog. Ich war damals 13. Sam hat mich viele Jahre auf dem Lehhaldehof und auch ein paar Jahre in Stuttgart begleitet. Heute ist er 30 und ich 35, und wir sind beide wieder hier. Hätte ich Sam nicht gehabt, wäre die Vorstellung, hier weitere Pferde stehen zu haben, vielleicht nicht so nahe gelegen. Ich wäre vielleicht nicht so tief ins Hobby „Pferd“ eingestiegen, hätte vielleicht keine anderen Pferdeställe kennen gelernt und mich nicht so sehr für tiergerechte Haltung interessiert. Vielleicht wäre es dann ein anderer Betriebszweig geworden. Vielleicht auch gar keine Landwirtschaft.

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Sam ist heute in Rente. Zusammen mit meinen anderen eigenen Pferden drückt er schön meinen Deckungsbeitrag runter und trägt mit seinen Alters-Wehwehchen und besonderen Ansprüchen auch sonst viel zum Arbeits- und Kostenaufwand bei. Und dennoch verdanke ich ihm viel, nicht nur an Inspiration und Wegweisung, sondern auch an Persönlichkeitsentwicklung – schließlich hat er mich durch die Pubertät begleitet.

Ziegen auf Abwegen

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Besuch beim Frühstück! 😄 Wären sie nicht so liebenswert, hätte ich sie vielleicht schon längst wieder abgeschafft 😉 Ihr unbändiger Freiheitsdrang raubt mir nämlich manchmal den letzten Nerv. Das glaubt man auch erst, wenn man selber Ziegen hält!

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Kehrmaschine

Unsere selbst ausgetüftelte Kehrmaschine 😊 Das Abmisten auf den Auslaufflächen ist eines unserer Dauerthemen. Da wir einen Trail haben, verteilen sich zwar die Pferdeäpfel auf dem gesamten Gelände, aber es gibt eine extreme Konzentration rund um die Heuraufen. Früher habe ich die von Hand zusammengeschoben und auf die Ladefläche unseres ATV geschaufelt. Aber das Gewicht des Mists von einem morgendlichen Rundgang übersteigt leider die Traglast des Quads, weshalb der Verschleiß bestimmter Teile sehr hoch war. Spätestens als wir die TTE-Platten gelegt haben, war es auch manuell kaum noch sauber zu halten, da diese Platten ja keine ebene Fläche bilden. Mit dem Frontlader zusammenschieben war auch nicht möglich, ohne den Boden zu beschädigen. Also musste für diesen Bereich um die Raufen eine Maschine her. Aber: Der Markt bietet so etwas nicht 😉 Es gibt meiner Meinung nach nur ein gutes Gerät für fast alle Pferdeböden, den Farm Servant. Nur leider ist bei uns die Fläche um die Heuraufen so beengt, dass eine Maschine als Frontanbau nicht geht. Zudem ist der Farm Servant sehr teuer. Also hat mein Mann Sebastian selber getüftelt.

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Wir haben eine ganz gewöhnliche Kehrmaschine für den Heckanbau gekauft, Kostenpunkt um die 2.000 Euro. Da der Auffangbehälter für unseren Zweck viel zu klein war, haben wir ihn vergrößert und – um Platz zu sparen – die Wanne nach vorne zum Traktor hin verlagert, statt sie nachlaufen zu lassen. Auch am Kippmechanismus mussten wir was machen, damit sich die vergrößerte Wanne komplett entleeren lässt. Und siehe da: Sie tut ihre Arbeit 😉 Die Arbeitszeit fürs Misten hat sich um etwa die Hälfte verkürzt, obwohl wir immer noch rund viermal pro Mistdurchgang zum Ausleeren auf den Misthaufen fahren müssen. Und die schwere körperliche Arbeit hat sich auch erledigt.

Die Lösung ist noch nicht perfekt. Wir kommen nicht gut an die Randbereiche am Zaun. Der Boden der Auffangwanne nutzt sich stark ab und muss immer wieder verstärkt werden. Und ab und zu bleibe ich irgendwo hängen 😉 Aber es ist allemal besser, als von Hand zu misten! Abends fahren wir den Trail weiterhin mit dem ATV ab und sammeln von Hand ein. Dann liegt sowieso weniger Mist als morgens.

Lieblingsplatz

Habt ihr einen Lieblingsplatz? Meiner ist der hier. Am Waldrand, oberster Abschnitt unseres Paddock Trails. Und nicht nur, weil die Aussicht so toll ist.

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Auf einem Pferdehof ist manchmal mehr Trubel, als einem lieb ist. Wenn ich hier oben am Zaun oder an den Koppeln arbeite, bin ich weit genug weg, um von niemandem gefunden zu werden, aber nah genug dran, um einen Überblick über das Geschehen zu haben 😉 Wenn ich hier bin, weiß ich wieder, warum ich mich für den Hof entschieden habe. Und dass mein Konzept eigentlich ein ganz cooles ist. Auch wenn es manchmal im Alltag untergeht, weil man sich mit den ständigen Herausforderungen auseinandersetzen muss. Der Ort hier erlaubt mir sozusagen, einmal innezuhalten und von oben auf die Dinge zu sehen.

Frühjahr ist Zaunbau-Zeit!

Wir haben 800 Meter Rundlauf, der auf beiden Seiten mit drei Reihen Elektrozaun eingezäunt ist. Das bedeutet in der Summe ungefähr 4,8 Kilometer Elektroband. Dafür zu sorgen, dass diese Bänder bis in den letzten Winkel mit Strom versorgt sind, ist eine Herausforderung, an der ich schon öfter verzweifelt bin. Deshalb wird bei uns meist zweimal jährlich, vor und nach dem Winter, der Zaun instand gesetzt. Pfähle werden ersetzt oder wieder festgeklopft, das Band ausgetauscht, wo es nicht mehr leitet, alle Isolatoren überprüft. Eine Arbeit, bei der ich einmal mehr unser ATV zu schätzen weiß!

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Shit happens…

Heute ist nicht mein Tag. Da war der umgefallene Lichtmast am Reitplatz nur einer von vielen Fails…
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Kindheit auf dem Bauernhof

Von Fremden höre ich oft den Satz: „Oh, deine Kinder wachsen auf dem Bauernhof auf. Wie toll!“ Und ja, mir ist bewusst, dass das ein großes Privileg ist. Sie haben einen riesigen Abenteuerspielplatz ums Haus herum, sie können sich frei bewegen, ohne Angst vor Straßenverkehr – sie haben überhaupt mehr Freiheiten. Sie spielen in Matsch, Mist und Gras. Sie wachsen mit und in der Natur auf, erleben täglich die positive Wirkung von Tieren auf uns Menschen und lernen, was Verantwortung bedeutet. Aber das Bauernhofkind in mir selbst denkt immer auch: Es ist nicht nur ein Privileg. Es bedeutet auch, zu verzichten.

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Ich erinnere mich noch gut an Geburtstage, die ich auf dem Traktor oder dem Heuboden verbrachte, weil das Heu reingebracht werden musste. An Ausflüge, die ins Wasser fielen, weil eine Kuh ausgebrochen war. An Sorgen um den Papa, der in ein Wespennest geraten war. An Kaiserschnitte und Notschlachtungen, um die sich der ganze Tag drehte. Und das, obwohl meine Eltern modern waren und meinem Bruder und mir immer alle Hobbys und Aktivitäten außerhalb des Hofs ermöglicht haben.

Meine sechsjährige Tochter sagte neulich zu mir: „Ich würde lieber in einer Wohnung in der Stadt wohnen.“ Ihre Begründung: Dann hätten Mama und Papa mehr Zeit und müssten sich nicht immer um die Tiere kümmern. Trotzdem spielt sie mit Schleichtieren und Playmobil unser Hofleben nach. Trotzdem reitet sie gern, pflanzt Blumen im Garten und klettert auf Bäume. Aber sie sieht eben auch die Kehrseite.

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Als Kind auf einem Bauernhof aufzuwachsen bedeutet zu lernen, dass es Dinge gibt, die essenzieller und wichtiger sind als die eigenen Wünsche und Bedürfnisse. Dass unveränderbare Tatsachen wie das Wetter oder hungrige Tiere über einen bestimmen können. Es bedeutet, dass Mama und Papa immer da sind, aber nie Zeit haben. Und es bedeutet zu lernen, dass manchmal jede Hand gebraucht wird und das Kino oder das Schwimmbad warten müssen. Sei es bei der Heuernte, bei der Weinlese, beim Fleisch verpacken oder beim Bedienen in der Straußwirtschaft. Unsere Kinder bekommen die Arbeit ihrer Eltern hautnah mit. Sie wissen, welches Pferd gerade krank ist und sorgen sich. Sie wissen, dass die Holzstämme im Hof uns den Winter über warm halten. Und dass Müll auf den Wiesen die Pferdemäuler verletzt.

Das sind Dinge, die prägen. Und ich hoffe, dass sie auch meinen Kindern die Bodenständigkeit geben, von der ich jetzt als erwachsene Frau profitiere. Ganz egal, welchen Weg sie gehen werden.

Reitplatz, Spielplatz, Schlafplatz – das Dilemma

Unser Reitplatz ist in den Trail integriert. Das bedeutet, dass unsere Pferde jederzeit Zugang dazu haben und dort schlafen, spielen oder sich wälzen können. Das ist uns auch wichtig, da der Reitplatz die einzige größere Fläche auf dem Trail ist, auf der das möglich ist. Da unser gesamter Hof am Hang liegt, konnten wir nur diese eine Fläche eben machen, alles andere hätte Kosten und Aufwand gesprengt.

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Schlafplatz…
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… Spielplatz…
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… und Reitplatz.

Gleichzeitig ist es extrem schwierig, die Anforderungen an einen guten Reitboden zu erfüllen, wenn die Pferde darauf auch Bocksprünge machen oder durch Scharren und Wälzen alles umgraben. Und es geht auch nur, weil wir ausschließlich Freizeitreiterinnen ohne Turnierambitionen haben. Wir haben schon Sand, Sand mit Hackschnitzeln und Holz-Sticks ausprobiert. Im Moment sind wir mit unserem Hackschnitzelboden ganz glücklich, weil er pflegeleicht ist. Man braucht kein spezielles Gerät zum Bahnen, er muss nicht bewässert werden und er vermatscht auch nicht so schnell. Aber der Belag, egal welcher, verschleißt sehr viel schneller durch die dauernde Belastung und auch, weil viel Material durch die Pferde herausgetragen wird. Hier müssen wir also regelmäßig auffüllen und nachbessern.

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Futter verdienen

Um noch mehr Bewegungsanreize zu schaffen und die Pferde ein bisschen zu beschäftigen, hängen wir manchmal diese Heutonnen entlang des Trails auf. Das sind lebensmittelechte Tonnen, in die wir ein paar Löcher reingesägt haben. Die Tonnen werden sehr gut angenommen, obwohl es nicht so einfach ist, aus den baumelnden Dingern Heu raus zu bekommen 😊

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Und sie laufen doch!

Manchmal ärgert es mich, dass die Pferde das Bewegungsangebot so wenig nutzen und die meiste Zeit doch nur um die Raufen herumstehen. Umso mehr freut es mich, wenn ich eine Situation wie diese einfangen kann! Hier haben sich mal acht Pferde gemeinsam auf den Weg gemacht, eine Runde zu drehen. Ich glaube, auch wenn es einem so vorkommt, als würden sie nur stehen, bewegen sich die Pferde bei uns immer noch um ein Vielfaches mehr als in einem Boxen- oder Offenstall ohne Bewegungsanreize.

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