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Außerfamiliäre Hofübergabe

Viele Landwirt:innen stehen vor der Frage, wie es mit dem Betrieb weitergehen soll, wenn sie in den wohlverdienten Ruhestand gehen – nicht jeder Betrieb kann innerhalb der Familie weitergegeben werden. Macht nichts! Es gibt viele landwirtschafts-begeisterte junge Leute, die den Betrieb liebend gerne weiterführen würden.

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"Wichtig ist, dass man bereit ist, den Hof abzugeben und loszulassen. Ich brauche nicht mit der Suche anzufangen, wenn ich nicht bereit bin, jemanden auf dem Hof zu haben und zuzusehen, dass der mit meinem Traktor rumfährt. Und auch die jungen Übernehmenden sollten sich darüber klar sein, dass zu dieser Selbstständigkeit und Verantwortung schon was dazu gehört."

Martina Schaff, Gründerin und Betreiberin der Hofbörse hof-gesucht-gefunden

"Mein ganz großer Wunsch ist, dass es irgendwann einfacher sein wird, einen Hof außerfamiliär zu übergeben als einen Hof aufzugeben. Sowohl innerlich als auch von den rechtlichen und politischen Bedingungen her. Wenn ich sage "innerlich", dann meine ich: Ich hoffe, dass es immer weniger Tabuthema sein wird und einfach die Norm. Dass es ganz normal ist, den Hof entweder an seine Kinder zu übergeben, wenn ich die aber so liberal erzogen habe, dass die einen anderen Lebensweg wählen, den Hof jemandem zu übergeben, der nicht aufgrund von familiären Bedingungen Grund und Boden zur Verfügung hat. Das wünsche ich mir."

Maike Aselmeier, Landwirtin und Psychologin bei "Familie und Betrieb"
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"Die Leute kommen eher, wenn sie merken: Ich kann jetzt nicht mehr, jetzt gibt es keine andere Wahl mehr. Und das ist natürlich nicht einfach an dem Punkt. Für mich ist es sehr wichtig, die Leute zu ermutigen. Geht es früh genug an, denkt früh genug darüber nach. Wartet nicht, bis ihr merkt: Meine Knie machen das nicht mehr mit oder ich möchte einfach nicht mehr. Denn es kann ein langer Prozess sein und es ist gut, wenn Zeit dafür da ist. Ausreichend Zeit."

Maike Aselmeier, Landwirtin und Psychologin bei "Familie und Betrieb"

"Man ist auf einer Fachtagung und dann kommt abends das Thema auf: Mensch, wie geht's denn weiter? Dann kommt das vorsichtig zum Vorschein: Eigentlich weiß ich nicht, wie es weitergeht. Und das geht sehr tief. Es ist nicht leicht, darüber zu reden. Wenn noch ein Junger da ist, kann man sich aufregen, dass der Flausen im Kopf oder wieder was am Schlepper kaputt gemacht hat - aber da ist positive Stimmung. Wenn man aber das Gefühl hat, dass es nicht weiter geht, dann kippt das in Traurigkeit und Nachdenklichkeit."

Bernhard Nägele, Leiter des Bildungshauses Kloster St. Ulrich

"Patentrezepte gibt es nicht. Jede Außerfamiliäre Hofübergabe ist eine höchst individuelle Lösung."

Michael Nödl, Justiziar beim Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverband e.V.
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