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So entsteht das Kürbisimperium im Europa Park

Littner
Fachbeitrag
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Seit 27 Jahren produziert Peter Rauer rund um Schwanau-Wittenweier Kürbisse. Zusammen mit vier weiteren Erzeugern im Umkreis von rund 50 Kilometern liefert er 180 000 Früchte an den nahegelegenen Europa-Park in Rust. Spätestens bei 50 würde man aufhören zu zählen: Die Menge an Kürbissen, die auf dem Hof des „Rauer-Bauers“  in Schwanau-Wittenweier angeliefert, gewaschen und zwischengelagert wird, ist schlichtweg gigantisch. Zusammen mit vier weiteren Erzeugern produziert er die Früchte für den Europa-Park in Rust, der am 1. Oktober wieder zur schaurig-schönen Halloween-Saison öffnet.

Groß, klein, dick, dünn – Kürbisdiversität wird groß geschrieben

Insgesamt 180 000 große und kleine Kürbisse in verschiedenen Farben und Formen, glatt und mit auffälliger Struktur, werden dann in dem Freizeitpark für herbstliche Stimmung sorgen – das entspricht sage und schreibe durchschnittlich 36 000 Stück pro Landwirt, ergänzt durch zirka 6000 Maisstauden und weit über 100 000 Herbstblumen. Das alljährliche Spektakel lockt immer wieder aufs Neue Besucher von nah und fern an, die neben der leuchtenden Deko auch die Live-Shows und die große Parade kurz vor der Parkschließung bestaunen.

Just-in-time-Produktion

Peter Rauer macht den Job bereits seit 27 Jahren. Zu seinem Mischbetrieb mit Ackerbau,  Spargel und 300 Streuobstbäumen würden Kürbisse ganz gut passen, erklärt er. Trotzdem sei es für ihn eine große Herausforderung, den exakt definierten Lieferzeitpunkt einzuhalten und innerhalb von rund zwei Wochen zu ernten. In diesem Jahr begann es vor dem Finale   dann auch noch ergiebig zu regnen, was für zusätzliche Hektik an den sowieso schon sehr anstrengenden Erntetagen sorgte.

Seit dem Start in den 1980er-Jahren hat sich der Ablauf jedoch weitgehend eingespielt: Zwölf verschiedene Halloween-Sorten hat Rauer im Anbau – vom Mini-„Baby Boo“ über den typisch orangefarbenen „Roten Zentner“ bis zum großen weißen Moonshine. Die Saatkerne werden per umgebautem Einzelkorn-Sägerät auf einem Hektar Fläche gesteckt. Insgesamt fünf Hektar mit entsprechender  Fruchtfolge hält der Landwirt  für den Kürbisanbau vor.

Littner
Landwirt Peter Rauer mit EP-Gärtnermeister Sebastian Elender, Frau Mack und Euromaus
Kürbisernte bei Peter Rauer
Kürbisernte bei Peter Rauer

Wenig Wasser, keine Chemie – anspruchsloser Wachstum

Die Pflanzen benötigen reichlich Platz: ein Korn auf drei Quadratmeter, zwischen den Reihen ausreichend Platz zum Fahren. Während des Wachstums sind drei mechanische und sechs maschinelle Einsätze zur Unkrautentfernung und Bodenbearbeitung nötig. Chemie mag der Kürbis gar nicht, ansonsten ist die zu den Beeren zählende Frucht eher anspruchslos.

Vor allem kommt die Kultur  mit wenig Wasser aus, betont Peter Rauer, das schone die Grundwasserreserven. Empfindlich reagieren die auffälligen Früchte allerdings auf Schläge und Druck. Deshalb ist besondere Sorgfalt angesagt, wenn die Erntehelfer die teilweise einige Kilogramm schweren Kolosse auf den Anhänger hieven, sie im Wasserbad sauber schrubben, zum Trocknen auslegen und für den Transport in große Holzkisten packen.

Seinen Kollegen, die zwischen Bad Krozingen und Achern ebenfalls Kürbisse für den Europa-Park anbauen, steht Peter Rauer stets mit Rat und Tat zur Seite. Er berät beim Einkauf des Saatguts, hat Pflegetipps parat und koordiniert die Abläufe zusammen mit Europa-Park-Gärtnerei-Chef  Sebastian Elender. Anhängerweise werden die Kürbisse Ende September im Park angeliefert und gehen dann nochmal durch mehrere Hände, bis sie innerhalb von vier Tagen im Park in den Themenbereichen verteilt sind. Das Spektakel dauert dann bis zum 6. November. Kürbisse, die dann noch ansehnlich sind, werden an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verteilt, genießbar sind sie im Übrigen alle.

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