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Perlwein von alten Streuobst-Wiesen

Hubert Gemmert
Video Fachbeitrag
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Eigentlich hatte er mit Obstbau nicht viel am Hut: Jakob Hörl ist Forstwissenschaftler und arbeitet in der Forschung an der Hochschule Rottenburg. Als er eine zusätzliche Ausbildung zum Fachwart für Obst und Garten macht, sieht er die Obstbäume in der Umgebung plötzlich mit anderen Augen. Viele alte Bestände wirken erschreckend verwahrlost, niemand scheint sich sonderlich um die alten Bäume zu kümmern. Jakob Hörl beginnt sich zu fragen, wie die alten Bestände genutzt werden könnten, um sie zu erhalten und ihren Besitzern den Spaß daran wiederzubringen…

Ökologisch wertvolle Senioren

Alte Obstbäume bereichern unsere Landschaft, spenden Schatten und tragen zum Artenerhalt bei: Als sogenannte Habitatbäume bieten sie besondere Lebensräume für viele Lebewesen. Aber sie tragen auch Früchte: Große Bäume können über 500 Kilogramm Obst tragen – einzelne Exemplare sogar über eine Tonne! Jakob Hörl hat es sich – wohlgemerkt in seiner Freizeit – zur Aufgabe gemacht, die teilweise über 200 Jahre alten Bestände zu pflegen und deren Ertrag in hochwertige Produkte zu verwandeln: Zum Beispiel in leckeren Apfel- und Birnenperlwein. Seine Marke: FreuObst! Seine Vision dabei: Durch eine möglichst hohe Wertschöpfung die alten Bestände und Sorten erhalten und so auch den Verbraucher:innen ihren Wert aufzeigen.

Hubert Gemmert
FreuObst: Jakob Hörl stellt hochwertige Produkte aus Streuobst her.

Zu Besuch im Weinkeller

In seinem Weinkeller verarbeitet Jakob Hörl einen Teil der Ernte. Zwischen 1.000 und 2.000 Liter Perlwein produziert er derzeit pro Jahr! Der Fotograf und freie Journalist Hubert Gemmert, der immer wieder für uns auf Achse ist, hat ihn besucht.

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Ein Netzwerk schaffen

Jakob Hörl hat eigene Flächen, aber er arbeitet auch mit Landwirt:innen aus der Region zusammen, die Streuobstwiesen besitzen. Allein die Herstellung von Säften könne den Arbeitsaufwand für Baumpflege, Mahd usw. nicht abdecken, erzählt er. Wird das Obst dagegen zu hochwertigem Perlwein veredelt, kommt auch bei den Landwirt:innen mehr an. Auf einer der Wiesen erzählt Jakob Hörl mehr über seine FreuObst-Produkte – da würde man am liebsten gleich probieren! 🥂

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Baumschule für die Zukunft

Wer mit Bäumen arbeitet, darf es nicht eilig haben. Es dauert mehrere Jahre, bis ein Obstbaum nennenswerte Erträge bringt. Und während Jakob Hörl sich heute über die Bäume freut, die andere vor vielen Jahren gepflanzt haben, möchte er auch in die Zukunft investieren: In seiner Baumschule bei Eichstetten wachsen viele junge Bäumchen heran, gezogen aus den alten Sorten der Streuobstwiesen.

„Ich bin dankbar, dass vor 100 Jahren mal jemand Apfelbäume gepflanzt hat, von denen ich heute ernten kann. In Zukunft werden meine Kinder und Enkelkinder froh sein, dass es die Bäume gibt, die ich heute pflanze.“

Jakob Hörl Forstwissenschaftler und Betreiber der Marke „FreuObst“
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