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Hof No 17: 540 Kühe bei Familie Ramm

Alica und Raphael
Bildergalerie Erfahrung
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Für unsere letzte Station fahren wir nach Mecklenburg-Vorpommern, genauer gesagt nach Leizen an der Müritz. Der Landwirtschaftsbetrieb Ramm ist ein Großbetrieb mit etwa 540 melkenden Kühen und über 700 Hektar Land. Eine ganz neue Erfahrung!

Wer uns noch nicht kennt, kann erstmal hier nachlesen.

Der Betrieb Ramm wird von Torsten Ramm und etwa 15 Angestellten bewirtschaftet. Die meisten von ihnen  sind für die Tiere im Stall da, ein paar auch für die Feldarbeit. Auf den Feldern wird hauptsächlich Mais, Weizen, Roggen und Kleegras angebaut. Die Schläge sind sehr groß, der größte hatte um die 50 Hektar.

Die Kühe werden in einem 28er-Melkkarussell gemolken. Eine Person steht innen und kann von dort aus die Kühe anrüsten und anhängen. Wenn eine Kuh länger braucht, kann sie das Karussell auch stoppen.

Zu den Melkzeiten sind immer zwei Personen beschäftigt, morgens und abends. Morgens fangen sie um 3:30 Uhr an, mittags um 15 Uhr und melken immer so um die sechs Stunden, mit Putzen und allem drum und dran. Eine Person ist dann rein fürs Melken zuständig und die andere Person treibt die sieben verschiedenen Kuh-Gruppen in den Wartebereich des Melkstands.

Die Kühe sind aufgeteilt in Hoch- und Niederlaktierende, Kühe mit dem ersten Kalb, Kühe mit Klauenproblemen und Kühe, die nicht aufnehmen. Bei diesen ist ein Bulle dabei. Außerdem gibt es noch eine Gruppe für Kühe mit Hemmstoff-Milch, die behandelt wurden. Diese Milch wird nicht in den Tank gemolken, sondern weggeworfen.

Alica und Raphael
Gemolken wird in einem 28er-Melkkarussell.
Alica und Raphael
Das Melkkarussell im leeren…
Alica und Raphael
… und im vollen Zustand
Alica und Raphael
So sieht das Ganze von oben aus.

Im Viehanhänger zum Melken

Die Kälber  werden direkt nach der Geburt in ihre Kälberiglus gebracht. Die Kühe kommen aus der Abkalbe-Box direkt zum Melken. Für diese Kühe und für Kühe, die nach dem Melken trockengestellt werden, steht extra ein Viehanhänger bereit, der die Kühe von der Abkalbe-Box zum Melkstand oder vom Melken in die Trockenstehergruppe bringt. Im Kälberdorf stehen 60 Kälberiglus. Zwei Personen streuen die Iglus jeden Tag frisch ein und geben morgens und abends Milchaustauscher. Nach zwei bis drei Wochen kommen die weiblichen Kälber in Gruppen an einen Tränkeautomat, an dem auch Milchaustauscher gefüttert wird, die männlichen Kälber werden verkauft.

Ein paar Kühe werden mit Uckermärker Rindern belegt. Die weibliche Nachzucht davon, also die Kreuzungstiere, wird behalten und auf dem Betrieb gemästet. Die schwarzen Holstein werden selbst nachgezogen und gedeckt. Es gibt hier drei unterschiedliche Rinderställe; bis die Rinder ungefähr ein halbes Jahr alt sind, werden sie auf Stroh gehalten, danach kommen sie auf Spaltenboden.

Der Betrieb hat leider bei der Aufzucht viele Verluste. Viele Kühe gehen schon nach der ersten Laktation ab wegen Klauenproblemen, Gelenkproblemen, dicken Füßen und so weiter.

Alica und Raphael
Ein laaaanger Stall 😉
Alica und Raphael
Schön offen gehalten.
Alica und Raphael
Fly ist müde nach der Stallarbeit

Arbeiten im Schichtbetrieb

Eine Person ist nur angestellt, um zu füttern. Die Milchkühe werden zweimal am Tag gefüttert, die Rinder jeweils einmal. Gefüttert wird mit einem selbstfahrenden Fütterungsmobil. Dann ist noch ein Herdenmanager angestellt, der macht auch regelmäßig Klauenpflege. Das meiste Personal haben sie zu den Melkzeiten. Zwei Melkzeiten sind eigentlich zu viel für einen Arbeitstag, deshalb wird in Früh- und Spätschicht gearbeitet.

Alica und Raphael
Fast alles Futter wird direkt auf dem Betrieb erzeugt.
Alica und Raphael
Roggenschrot…
Alica und Raphael
… und Maissilage aus eigener Ernte
Alica und Raphael
Der Futtermischwagen
Alica und Raphael
Ein Teil des Fuhrparks mit dem Stallgebäude im Hintergrund

Lauter spannende Erfahrungen

Auf einem so großen Betrieb zu arbeiten, war für uns eine sehr interessante Erfahrung. Auch die Leute hier waren alle sehr nett. Auf Dauer wäre ein solcher Arbeitsplatz allerdings nichts für uns.

Mit diesem Betrieb geht unsere Tour nun zu Ende. Es war eine tolle Erfahrung, die uns sehr viel gebracht hat. Wir haben auf allen Höfen viel lernen können und werden sicherlich alle in positiver Erinnerung behalten.

Danke, dass ihr uns bis hier her begleitet habt! Wer weiß, vielleicht wird man ja mal wieder was von uns hören. Bis dann!

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